BG Straßgang - Kurioses aus unserer Stadtgeschichte

Kurioses aus unserer Stadtgeschichte

Unser heuriges Herbstprogramm hat mit einem Vortrag unseres Hobby Historikers Mag. Gerd Weiß begonnen. Er war schon oft unser Gast und überrascht uns doch jedes Mal noch mit neuen Geschichten. Wer hätte schon gewusst, dass in Graz die ersten Eigentumswohnungen entstanden sind und zwar anlässlich des Umbaus des Rathauses Ende des 19. Jahrhunderts. Auf Antrag einiger Gläubiger des Hausbesitzers, ein Pleite gegangener Bankier mit Bank im Rathaus, genehmigte der Kaiser den Gläubigern die Eintragung des Besitzes einzelner Stockwerke ins Grundbuch. Das waren somit die ersten Eigentumswohnungen der Welt.

Dass der italienische Festungsbaumeister Domenico dell'Allio verantwortlich für den Haupttrakt des Landhauses ist, ist sicher den meisten geläufig. Im 16. Jhdt. hatte der Repräsentationsbau aber noch ganz andere Funktionen, erzählt uns Gerd Weiß. Neben Rittersaal, Landstube und Gemächer zur Beherbergung des kaiserlichen Hofes gab es Wohnungen für Beamte, eine Waffenkammer (das Zeughaus wurde erst ca. 100 Jahre später errichtet), eine Druckerei, eine Landesapotheke, Badestuben sowie festliche Speisesäle für Bankette und Hochzeiten. Für vornehme Familien gehörte es zum guten Ton ihre Hochzeiten im Landhaus auszurichten. Weil es aber bei solchen Anlässen zu blutigen Raufereien gekommen ist, befiehlt Erzherzog Karl 1588, dass diese Missetaten streng bestraft werden müssen und es wurden zu diesem Zweck die sogenannten „Rumortafeln“ angebracht. Sie befinden sich noch heute neben den Eingängen in der Herrengasse und Schmiedgasse. Sinngemäß ist dort angeführt, dass niemand im Landhaus rumoren, keine Messer zücken, nicht schlagen und keine Maultaschen austeilen darf. Bestraft werden würde mit schanzen im Stadtgraben, Handabhacken oder sogar Köpfen. Das hat dazu geführt, dass in der Folge die Feste immer weniger wurden bis es nach wenigen Jahren zur Einstellung gekommen ist.

Das war nur ein kurzer Auszug aus den vielen interessanten Geschichten, wir könnten noch stundenlang zuhören, sagen herzlichen Dank und freuen uns schon auf weitere spannende Geschichten.

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