2 Tage Salzkammergut OG-Zwaring-Pöls

Zwei Herbsttage im Salzkammergut

Reisebericht der Ortsgruppe Zwaring-Pöls

1. Tag: Nach einer frühen Abfahrt in unserer Gemeinde und einer Frühstücksrast an der Autobahnraststätte Kammern erreichten wir noch am Vormittag Bad Ischl. Unsere erste Besichtigung war die in einer im "Englischen Stil" angelegten Parkanlage liegende Kaiservilla. Im Jahr 1853 war sie das Hochzeitsgeschenk von Erzherzogin Sophie an das Brautpaar Franz Joseph I und Elisabeth (Sisi). Sie wurde danach in Form eines "E" wie "Elisabeth" ausgebaut und erst 1860 fertiggestellt, da in den Sommermonaten wegen der Anwesenheit der kaiserlichen Familie nicht gebaut werden durfte. Viele Sommer verbrachte der Kaiser in der im Biedermeierstil erbauten Villa und machte dadurch Ischl und seine Umgebung als Urlaubsziel für Aristokraten, reiche Bürger und Künstler salonfähig. In besonderer Erinnerung bleiben die unzähligen Jagdtrophäen an den Wänden, Gemälde historischer Orte der Monarchie, eine lebensgroße Büste und eine Nachbildung der Totenmaske von Kaiserin Elisabeth sowie jener Schreibtisch, an dem der Kaiser in seinem Arbeitszimmer am 28. Juli 1914 das Manifest "An meine Völker" unterzeichnete, woraus sich in weiterer Folge der Erste Weltkrieg entwickelte, der zum Zerfall der Habsburgermonarchie führte.

Bad Ischl ist seit fast 200 Jahren Kurort. Das Herzstück des inneren Salzkammerguts ist Ausgangspunkt zahlreicher Wandermöglichkeiten und genießt den Ruf als Einkaufsparadies. Beim kurzen Rundgang - vorbei an der geschichtsträchtigen Konditorei Zauner - beeindruckt die Stadt mit rund 14.000 Einwohnern vor allem durch das intakte Stadtbild, das 1827 eröffnete Lehartheater, den Kurpark und die vielen Boutiquen internationaler Markenausstatter.

Hallstatt - Weltkultur- und -naturerbe der UNESCO seit 1997 war am Nachmittag unser nächstes Ziel. Der am Westufer des gleichnamigen Sees gelegene Ort, blickt auf eine jahrtausendalte Geschichte zurück, die ihren wirtschaftlichen Aufschwung von Beginn an den unermesslichen Salzvorkommen im Berg über Hallstatt verdankt.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte der Ort als bekannt wurde, dass chinesische Architekten vor Jahren beschlossen, die europäische Dorf-Idylle bei sich zu Hause nachzubauen. Der Kern der Wohnsiedlung in der südchinesischen Provinz Guangdong ist dem Ortskern von Hallstatt in Österreich nachmodelliert. Das Areal wurde für über 900 Millionen US-Dollar gebaut und im Jahr 2012 eröffnet. Seither ächzen viele Bewohner der 770-Seelen-Gemeinde unter einem regelrechten Ansturm von Touristen, vor allem aus Asien. Schätzungen gehen von bis zu 900.000 Tagesgästen im Jahr aus.

Trotzdem, Hallstatt ist schon auf Grund seiner malerischen Kulisse mit seinen beiden Kirchen, den pastellfarbenen Häusern, seinem kleinen Marktplatz mit dem Brunnen und dem mit einer Standseilbahn zu erreichenden Salzbergwerk noch immer einen Besuch wert. Eine weitere besondere Attraktion befindet sich im Karner neben der katholischen Kirche. Aufgrund der beengten Verhältnisse und um Platz für die Nachkommenden zu schaffen, wurden die Knochen der verstorbenen Hallstätter Jahrhunderte lang aus den Gräbern geholt, die Totenschädel kunstvoll bemalt und beschriftet und zusammen mit den Gebeinen vieler Generationen im dortigen Beinhaus aufbewahrt. Abschluss unseres Besuchs war eine rund einstündige, sehr stimmige Panorama-Rundfahrt am See. "Hall", das keltische Wort für Salz bzw. für Sole gab ihm vor langer Zeit seinen Namen.

Das Hotel Brandwirt in Gosau war das letzte Ziel an diesem Tag. Bei einem gemütlichen Abendessen ließen wir einen ereignisreichen Tag ausklingen. - Nächtigung.

2. Tag: Nach einem reichlichen Frühstück fuhren wir nach St. Wolfgang. Der weltberühmte Ferienort am Wolfgangsee war Kulisse des Singspiels "Im weißen Rössl" von Ralph Benatzky und zahlreichen Spielfilmen u.a. mit Peter Alexander und Waltraud Haas.

Highlight für uns alle war noch am Vormittag die rund 35 Minuten lange Fahrt mit der Schafbergbahn, welche als Zahnradbahn seit mehr als hundert Jahren Besucher auf den 1.783 Meter hohen Schafberg befördert. Bei herrlichem Wetter genossen wir eine grandiose 360 Grad-Rundumsicht auf die umliegende Berg- und Seenwelt. Im Tal unter den steil abfallenden Hängen den Mond- und Attersee und weit im Osten im Dunst fast nicht mehr sichtbar den rund 1.700 Meter hohen Traunstein am Traunsee. Gegenüberliegend das Wanderhochplateau der Postalm, den Wolfgang- und Fuschlsee bis hin zum Dachstein. Nach der Mittagsrast blieb noch Zeit für einen kurzen Abstecher zur felsigen Himmelspforte und dem naheliegenden Gipfelkreuz.

Im Anschluss an die Talfahrt hielten wir vor dem berühmten gotischen Flügelaltar von Michael Pacher in der katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche eine besinnliche - von Franz Schober gestaltete Andacht. Danach Antritt der Heimfahrt durch das Ausseerland zur Abendrast nach Wörschach und weiter über Graz in unsere Gemeinde.

Ein besonderes Danke gilt unserem Busfahrer Manfred von der Fa. Tropper für seine wie immer unaufgeregte und besonnene Fahrweise, die unterhaltsame pointierte Reiseleitung während der Fahrt und auf der Umleitungsstrecke durch die nächtlichen Grazer Bezirke Eggenberg und Straßgang. Resümee unserer Fahrt in Anlehnung eines allzeit bekannten Spruchs von Kaiser Franz Josef: Es war sehr schön, es hat UNS sehr gefreut!

Gerhard Zefferer (Schriftführer)

Eduard Schreiner (Bildmaterial)

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